Hüttenaufenthalt Mellau 22.05.-27.05.2009


Freitag:

Ein lustiges Reitertrüppchen sollte sich im Reitstall Hitzkofen einfinden.
Ein leichter Nieselregen konnte uns die Vorfreude auf die nächsten Tage nicht nehmen. Nach und nach„trudelten“ alle ein. Was ich an dieser Stelle wohlwollend loben und erwähnen darf, ist, dass alle relativ pünktlich waren und unsere pubertierenden edlen Mädels trotz Ferien und Frühaufstehen nicht zickig waren. Die Autos wurden bepackt, alle Personen auf vier Autos verteilt und die Fahrt ging los. Natürlich verließ niemand den Hof, der seinem Pflegepferd oder eigenem Pferd nicht „guten Morgen“ gesagt hatte. Als kleine Anmerkung möchte ich hier erwähnen, dass unsere Pferde müde und verwundert aus ihren Boxen schauten und man etwa folgende Gedanken lesen konnte: „ Was ist mit denen heute los? Hat man jetzt nicht mal mehr morgens sein Ruhe vor diesen „Hupfdohlen?“ Der Konvoi setzte sich in Richtung Weingarten in Bewegung. Dies war auch unsere erste Station auf unserer sechstägigen Reise. Die Fahrt dorthin war entspannt und mit Erzählungen von den letzten Hüttenaufenthalten gespickt. Gegen halb neun, neun trafen wir in Weingarten ein und machten uns auf die Suche nach einem guten Platz, um die Blutreiterprozession zu verfolgen. Leider machte das Wetter nicht mit und es regnete für kurze Zeit. Wir schickten ein paar Stossgebete in den Himmel, um doch noch einigermaßen trocken ins Auto zu kommen, und siehe da: die Wolken rissen auf und schickten uns die ersten Sonnenstrahlen. Ein paar Vereinsmitglieder könnt

                           ihr auf den Fotos sehen, die mit geritten sind. Die Prozession war zu Ende und schon hörte man die ersten Rufe nach Essen. Einstimmig wurde beschlossen, in den Mc Donald’s nach Lindau zu fahren. Dort wurde für unser leibliches Wohl gesorgt, über die gesehenen Pferde diskutiert und unsere letzte Begleitperson Tatjana dem Grüppchen hinzugefügt. Gesättigt ging es weiter nach Österreich. Roland als unser Führungsauto voraus, Meli, ich, Tatjana und Manne. Wir kamen der Grenze immer näher, passierten diese und jeder dachte das Gleiche: Stopp! Autobahn! Kein Pikerl! Sofort runter! Alle bogen die erste Abfahrt ab, und prompt stand dort die nette Autobahnpolizei, um solche Autofahrer ohne Pikerl, wie wir es waren, zur Kasse zu bitten. Mist, umdrehen ging nicht und alle begannen zu schwitzen. Die Anweisung an meine Mädels im Auto lautete: immer lächeln und mit den Wimpern klimpern. Erstes Auto durch die Kontrolle, zweites Auto, drittes Auto, viertes Auto> viertes Auto?? Mist, Tatjana hat es erwischt, gerade unseren Führerscheinneuling mit 3 Wochen, fünftes Auto durch. Wir suchten uns schnell einen Parkplatz und Roland fuhr zurück zu den zwei Mädels und begann danach, mit den Polizisten zu diskutieren. Als die Gestiken immer stärker wurden, lief Uschi auf Anraten von uns zu ihrem Mann, ihn zu beruhigen. Aber es sah alles schlimmer aus als es war. Die Polizisten sahen ein, dass man sich als Neuling in der Fahrpraxis auch mal verfahren kann, und hatten sich mit Hilfe von Roland wohl an ihre Anfänge erinnert. Tatjana durfte ohne Strafzettel weiter fahren. In Mellau angekommen, bezogen wir unsere Betten und warteten auf unseren Musiker Jaques, der für uns am Abend auf der Party für Stimmung                 sorgen sollte. Roland stellte sich an den Herd und fing an zu backen. Mittlerweile trudelten Jaques und die ersten Gäste ein, die nur übers Wochenende blieben. Wir ließen uns die Spaghetti Bolognese schmecken und fingen mit der Party an. Super kann ich nur sagen. Ein Highlight wie immer und nicht nur was für die Ohren, sondern auch für die Augen. Nachdem Jaques die letzten Mädels um ca. 3 Uhr dann in den Schlaf gesungen hatte, fielen wir todmüde ins Bett.
                                                                                                                                                                                                          Samstag:
                                                                                                                                                                                                          Morgens gab es erst mal reichlich zum Frühstücken und danach wurde relaxt. Das Wetter war super: über 30 Grad und strahlend blauer Himmel. Die Mädels packten ihren Bikini aus und sonnten sich auf den blühenden Bergwiesen. Der kleine Brunnen vor der Hütte füllte sich langsam mit Wasser. Der Brunnen wird jedes Jahr zur Taufe für unsere Erstlinge benutzt. Mittags fuhren die ersten wieder ab und die anderen blieben auf der Hütte oder gingen ins Freibad. Als der Abend näher rückte, und der Hunger die Badewütigen nach Hause trieb, schwang Roland schon den Kochlöffel. Da es aber noch so warm war, wurden die ersten Taufen vorgenommen, wobei die erste freiwillig war. Den Männern stieg die Hitze wohl zu Kopf und sie nahmen eine Abkühlung im Brunnen. Nicht nur von außen wurde gekühlt, sondern auch von innen. Das versteht sich ja von selbst. Jetzt gab es kein Halten mehr: Weltrekordversuch- wie viele Reiter passen in einen Brunnen? Abends war dann recht schnell Ruhe bei den Mädels in den Zimmern. Jetzt wurde es romanisch. Ralf spielte auf seiner Gitarre und wir sangen dazu bis spät in die Nacht. Ich hoffe, dass die Bergtierwelt nicht zu sehr in ihrer Ruhe gestört wurde

                                                                                                                                                                                                                              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag:                                                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                                                                                                     An diesem Tag heißt es: Heute sollst du ruhen, und das taten wir.                                                                                                                 Außer relaxen, essen, trinken und im Brunnen abkühlen taten wir nichts.
                                                                                                                                                                                                                  

Montag:
                                                                                                                                                                                                                Jetzt war wieder was los in unserer Hütte. Frühstück und ab auf dem Berg. Wir fuhren nach Betzau zur Bergbahn und ließen uns von dieser auf die Bergstation transportieren. Oben angekommen, liefen wir los zur nächsten Laube. Diese war sage und schreibe eine halbe Stunde entfernt. Dort trafen wir auf einen Hüttenwart, der Vorbereitungen für den Almaufstieg kommende Woche traf. Er erklärte uns, wie das Käsemachen funktioniert. Seine Frau brachte uns Wasser und der Hüttenhund Angie brauchte auch nicht zu dürsten. Danach ging es wieder zurück an die Talstation. Wanderzeit incl. Pause: 1,5 Stunden. Zu unserer Entschuldigung ist zu sagen, dass es ca. 39°C warm war. Zur Stärkung nach diesem langen Marsch gönnten wir uns ein Eis im Café in Mellau. Abends ging es weiter mit Essen, Trinken und Spiele machen.                                  

                                                                                                                                                                                                         Dienstag:
                                                                                                                                                                                                        Frühstück, Mittagessen und danach ins Freibad. An dieser Stelle ist das super Freibad in Mellau zu erwähnen. Sauber, tolles Wasser und Springtürme. Nach einem Gespräch mit der Bademeisterin erführen wir auch den Grund dafür: Es wird von Frauen geführt. Müde und hungrig fuhren wir zurück an unsere Kochstelle. Nach dem Abendessen ging es weiter mit der Hüttenralley und dem Großen Preis.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch:
                                                                                                                                                                                                                  Der Tag der Abreise war gekommen. Nach einem weiteren langen und ausgiebigen Frühstück ging es zum Putzen und danach ab ins Heimatland. Mit wehmütigen Blicken ließen wir das Ortsschild von Mellau zurück und freuten uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Die Heimfahrt verlief recht unspektakulär und gegen 19 Uhr trafen wir mit lauter Musik, wildem Gehupe und viel Geschrei in Hitzkofen ein. Der Stall hatte uns wieder. Auch unsere Pferde schien es zu freuen, denn aus manchen Boxen ließ sich ein leises Wiehern vernehmen.
 


 

                                                                                                                                    Sandina Bressler